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Schlagwort: Ernährungsrat Rhein-Neckar

Mitwirkschaft im Ernährungsrat Rhein-Neckar

Ganz klar: Auch ein Ernährungsrat Rhein-Neckar braucht Menschen, die ihn tragen – mit Rat und Tat, Zeit und Geld.

Damit jede und jeder das für sich passende findet, um einen fairen und nachhaltigen Beitrag leisten zu können, haben wir drei Ebenen:

  • der Verein, der den Ernährungsrat auch formaljuristisch trägt;
  • die Förderer, die mit Ressourcen (mehr als nur Geld!) unterstützen; und
  • die Teilnehmenden, die das Thema ebenfalls als Botschafterinnen und Botschafter in die Breite tragen.

Weitere Informationen und Zugang für Mitglieder in Kürze auf dieser Seite (= www.Mitwirken.Ernaehrungsrat-Rhein-Neckar.de)

Auswählen, wozu Sie eingeladen werden wollen:

Welche Informationen möchten Sie erhalten?

Was ist ein „Ernährungssystem“? Und wie erarbeiten wir es für die Region?

Mögliche Zielsetzung:

  • Lebensmittelverschwendung → 0%!
  • Regional autonome Versorgung → 100%!
  • Rückführung in den Kreislauf (Kompost etc.) → 100%!

Thema:

  • Ein Ernährungssystem beschreibt woher Lebensmittel kommen, wie sie zum Verbraucher gelangen – und: wo dieses System möglicherweise instabil werden könnte bzw. wie es verbessert werden könnte. Wie eine Art „Einkaufszettel für die Region“ hilft die Dokumentation des Ernährungssystems Rhein-Neckar dabei, Schritt für Schritt die Versorgung der Menschen mit guten Lebensmitteln zu verbessern.
  • Ein Visionsprozess für ein nachhaltiges Ernährungssystem Rhein-Neckar bindet die verschiedenen Perspektiven von Betroffenen ein: Lebensmittelproduzenten, -händler und -verbraucher. Die Ergebnisse gehen ein in politische Prozesse (unter anderem von Initiativen, Parteien und Kommunalgremien) und können auch anderweitig von Akteuren (unter anderem von Bürgerschaft, Unternehmen und Behörden) umgesetzt werden. Insofern handelt der Ernährungsrat als „Demokratie-Start-up“ – in Ergänzung zu etablierten Instititionen, die das Thema aus ihrer jeweiligen Perspektive betrachtet haben.
    Ein Visionsprozess ist nicht ideologisch basiert, sondern fakten- und zukunftsorientiert. Deswegen kann die Vision eines nachhaltigen Ernährungssystems Rhein-Neckar im Idealfall auch als Maßstab für politisches Controlling (= Tun wir die wichtigen Dinge auf die richtige Weise, wie kommen wir auf dem Weg dem Ziel am wirksamsten voran?) dienen.
  • Mehr → Spektrum und → Wikipedia (in English only)

Beispiele:

 

Vorschlag zum Vorgehen für ein Nachhaltig-faires Ernährungssystem Rhein-Neckar 2025:

  1. Um zu einem Visionsprozess für ein nachhaltiges Ernährungssystem Rhein-Neckar zu kommen, hat der Ernährungsrat Rhein-Neckar seit Anfang 2019 schon ein wenig vorgearbeitet: Wir haben Akteure und Engagierte im Ernährungsrat zusammengetrommelt – aus Landwirtschaft und Handel, aus Behörden und Zivilgesellschaft.
    Auf dieser Basis entstehen derzeit Arbeitskreise, die Themen verfolgen, die dann im halbjährlich tagenden Ernährungsrat zusammengetragen werden: → Terminüberblick
  2. Im nächsten Schritt geht es darum, auf Basis der bislang gesammelt Erfahrungen eine Visionsprozess für ein nachhaltiges Ernährungssystem Rhein-Neckar anzustoßen. Dabei geht es zunächst darum, möglichst viele verschiedenen Sichtweisen einzubinden – ein „Falsch“ oder „Richtig“ gibt es in diesem Prozessschritt nicht.
  3. Hernach sind die „Strukturierer“ gefragt: Wissenschaft kann die Bestandteile des Ernährungssystems systematisieren und dabei auch Erfahrungswerte aus anderen (Ernährungs-)Systemen einbeziehen. Idealerweise können dann schon Zahlen, Daten und Fakten erhoben werden, die das theoretische Ernährungssystem mit der Praxis abgleichen.
  4. Haben die „Strukturierer“ ihren Beitrag gebracht, sind die „Entscheider“ gefragt: Das sind beim Ernährungsrat alle Engagierte („Wer was macht, hat die Macht“), die sich natürlich auch daran orientieren werden, was im Gesamtsystem umsetzbar sein dürfte. Einzel- / Partikularinteressen durchboxen zu wollen, ist ein politisches Spiel, das wir hinter uns lassen. Gleichwohl anerkennen wir, dass das politische Spiel der Kräfte in den Stadt- und Gemeinderäten, wie in den Landesparlamenten von den Parteien und Gremienmitgliedern gestaltet wird, damit diese den Öffentlichen Verwaltungen (Kommunal- und Landesbehörden) entsprechende Aufträge geben. Wir konzentrieren uns darauf, den Gremienmitgliedern unsere Vorschläge so nachvollziehbar zu vermitteln, dass sie diese unterstützen möchten (Ziel: zehn Vorschläge für Wege zu einem Nachhaltig-faires Ernährungssystem Rhein-Neckar 2025).
  5. Als Ernährungsrat wollen wir nicht ideologie- , sondern faktenbasiert verfolgen, wie wir das Ernährungssystem Rhein-Neckar in den kommenden Jahren Schritt für Schritt verbessern. Im Idealfall werden wir nicht von Krisen (ökologisch, sozial und ökonomisch) überrascht, die zu kurzfristigem Anpassungsdruck führen, sondern können proaktiv handeln. Wir freuen uns über alle konstruktiven Menschen, die dabei mitwirken.
  6. Für den Visionsprozess für ein nachhaltiges Ernährungssystem Rhein-Neckar sind folgende Schritte ab Herbst 2020 vorgesehen:
    a) mit Impulsveranstaltungen eine Fundierung zu legen, die die Breite des Thema darstellt und auf deren Basis die mitwirkenden Menschen ihre
    b) Ideen, Vorschläge und Sichtweisen einbringen können. Das Herausfordernde wird sein, die
    c) verschiedene Perspektiven zusammenzubringen – und auf diese Weise voneinander und miteinander zu lernen. So ist ein Visionsprozess mehr als belangloses „Wünsch-Dir-was“-Zettelschreiben, wie Menschen dies aus etlichen sogenannten „Beteiligungsprozessen“ kennen. Ziel: Bürgerschaft macht im eigenen Interesse konstruktive Vorschläge, wie die Menschen mit guten Lebensmitteln versorgt werden können.
    Details auf der Veranstaltungsseite → Visionstag „Nachhaltig-faires Ernährungssystem Rhein-Neckar 2025“

Fragen und Thesen „Wochenmarkt mit Zukunft“

Nachstehende Thesen sind entstanden aus dem IdeenMarkt „Gute Lebensmittel“ im Oktober 2016. Sie zeigen: Es gibt praktische Verbesserungsideen, auch entsprechende Beispiele (siehe Pfeile). Sie zeigen auch: Das Thema ist knifflig, braucht Kümmerer.

  1. Auf Wochenmärkten kaufen lediglich 5% der Deutschen ein, insbesondere ältere: Sind Wochenmärkte unwichtig?
    Wochenmärkte sind als ein Versorgungsangebot im Sinne von Warenlogistik relativ unwichtig. (Alternative → regiomat)
  2. Die Wenigsten kaufen auf dem Wochenmarkt ein, wenn’s dort nur Salat und Eier gibt:
    Wochenmärkte überleben nur, wenn sie nahe am Vollsortiment-Angebot sind.
  3. Wochenmarkt-Kunden bezahlen mehr als anderswo: Welche Qualität ruft diese Zahlungsbereitschaft hervor?
    Wochenmärkte erfüllen eine stadtprägende Funktion durch Markterlebnisse: Begegnung und Transparenz (Waren, Erzeuger, …).
  4. Wenn Wochenmärkte auch der Begegnung und Markttransparenz dienen: Wer bezahlt dafür? Marktkunden, Kommunen durch Zuschüsse, …?
    Jede Kommune entscheidet (aktiv oder durch Unterlassung), ob sie ihren Wochenmarkt als Instrument für Begegnung und Markttransparenz fördert.
  5. Die Zahl der Markthändler geht zurück, weil sie von vielfältigen Aufgaben stark belastet werden: Einkauf, Logistik, Verkauf, Personalgewinnung und -führung.
    Die Zahl der Markthändler kann erhalten werden, wenn sich diese auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und andere Aufgaben delegieren (→ Marktgilde, → SoLaWi)
  6. Wochenmärkte sind mehr als die Summe ihrer Standanbieter.
    Erfolgreiche Wochenmärkte erfinden sich neu: Öffnungszeiten, Marktorte, Mehrsprachigkeit, Erlebnis-Atmosphäre, Online-Anbindung, … orientieren sich auch an neuen Kunden (→ Marktgilde, → food assembly / Marktschwärmer, → Roboter-Einkaufswagen, → Hello fresh, → Treffpunkt Willi / Heidelberg Weststadt).
  7. Auf Wochenmärkten werden weniger Lebensmittel weggeworfen als im stationären Handel. (→ foodsharing, → ETEPETETE)

Mögliche nächste Schritte

  • Gemeinderat klärt, wie wichtig der Wochenmarkt für die Kommune ist. → Unterstützung / Subventionierung, Delegation an Verwaltung / Dritte / Bürgerinitiative
  • Kunden ins Boot holen: Unterstützung bei Verkauf, Rahmen, Ernst, Überfluss entsorgen
  • Kooperationen zwischen neuen Anbietern von Wochenmarkt-Dienstleistungen ermöglichen

Was fehlt?

Ergänzungen bitte als Kommentar (unten) oder als →  E-Mail an Jens Flammann.